Die UFL feierte 2025 ihr 25-Jahr-Jubiläum – ein Meilenstein, der die Entwicklung von einer kleinen Hochschule zu einer international vernetzten Universität mit eigenständigem Forschungsprofil markiert. Rektorin Dr. Barbara Gant beschreibt die Entwicklung als dynamischen Reifeprozess: Die UFL habe sich zu einer Institution «mit starken Wurzeln und international sichtbarer Forschung» entwickelt. Per Stichtag 15.November 2025 sind knapp 200 Studierende inskribiert. Mit ihrem Angebot berufsbegleitender Programme treffe die UFL den Nerv der Zeit.
Auch Regierungsrat Daniel Oehry, Bildungsminister Liechtensteins, würdigt in seinem Grusswort die UFL als «Pionierorganisation, die einen universitären Anspruch in die Erfolgsgeschichte des hiesigen Hochschul- und Forschungsstandorts einbrachte.» Gerade die UFL trage viel dazu bei, dass er eine positive Bilanz ziehen könne. Am 3. Oktober 2000 eröffnete die UFL ihre Pforten – damals noch als Universität für Humanwissenschaften – damit war sie die erste Universität des Landes.
Stiftungsratspräsident Prof. Dr. Lorenz Risch betont in seinem Vorwort die besondere Rolle der Universität als verbindendes Ganzes: Wissenschaft entstehe dort, wo Disziplinen, Ideen und Menschen zusammenkommen und gemeinsam Zukunft gestalten. Bildung sei der wichtigste und einzige Rohstoff, den das Land besitze und «dieser Rohstoff vermehrt sich, wenn man ihn teilt.»
Strategische Entwicklung und Qualitätssicherung
Der Bericht zeigt vor allem die kontinuierliche Weiterentwicklung der Universität auf. Die Massnahmen im Rahmen des Hochschulentwicklungsplans 2025–30 zeigen Wirkung und neue Analyseinstrumente in der Forschungsdokumentation verdeutlichen, wie die UFL ihre wissenschaftlichen Leistungen systematisch sichtbar macht und weiter stärkt. Dr. Daniela Purin hebt in ihrem Bericht hervor, dass sich das Publikationsvolumen der UFL in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht hat. Allein im aktuellen Berichtszeitraum wurden Forschende der UFL in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen zitiert, ein Grossteil davon in peer-reviewten Fachzeitschriften. Insgesamt wurden diese Arbeiten in 6910 externen Publikationen rezipiert. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende internationale Sichtbarkeit der UFL-Forschung. Moderne Dateninfrastrukturen tragen zudem dazu bei, Qualität, Transparenz und Vergleichbarkeit weiter zu verbessern.
Auch die Qualität von Studium und Lehre wird kontinuierlich überprüft. Dr. Heidrun Schöch, Expertin für Qualitätssicherung, verweist im Interview auf ein stabiles Bild, das die Auswertungen der Befragungen der Absolventinnen und Absolventen an der UFL zeigen würde: Die Studiengänge werden durchgehend positiv bewertet, insbesondere in Bezug auf Kompetenzzuwachs und Berufsbefähigung.
Zentrale Zukunftsthemen: Forschung als Herzstück
Die Institute bilden das wissenschaftliche Rückgrat der UFL. Ihre besondere Stärke liegt in der hohen Spezialisierung und interdisziplinären Zusammenarbeit. Gemeinsam decken sie zentrale Zukunftsthemen ab: von liechtensteinischem, europäischem und Völkerrecht über geistiges Eigentum und neue Technologien bis hin zu translationaler Medizin und Labormedizin.
Das Institut für Europa- und Völkerrecht (IEVR) analysiert globale und europäische Transformationsprozesse und stärkt die internationale rechtliche Perspektive der UFL. Das Center for Intellectual Property and Innovation Law (CIPIL) leistet Pionierarbeit in den Bereichen geistiges Eigentum und Tokenisierung. Das Institut für Liechtensteinisches Recht und Rechtstheorie (ILRR) fungiert als Plattform für den wissenschaftlichen Diskurs und die Weiterentwicklung des nationalen Rechts. Das Institut für Translationale Medizin (ITM) verbindet Grundlagenforschung mit klinischer Anwendung, etwa durch neue Erkenntnisse zu Blutgruppensystemen. Das Institut für Labormedizin (ILM) steht für international vernetzte Forschung, insbesondere durch die GAPP-Langzeitstudie und Biomarkerforschung.
Prof. Dr. Harald Renz, Co-Vorsitzender des Universitätsrats, betont mit Blick auf die Forschung: «Die Welt nimmt uns wahr –und damit auch Forschung aus Liechtenstein.» Die internationale Resonanz auf die Forschungsleistungen zeige deutlich die wachsende Bedeutung der UFL.
Die Institute seien dabei zentral für die Universität, da sie gesellschaftlich relevante Forschung betreiben, internationale Sichtbarkeit schaffen und als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis wirken.
Auch die Dissertationen zeigen die thematische Vielfalt und den Praxisbezug der Forschung an der UFL. In der Medizinisch-Wissenschaftlichen Fakultät stehen biomedizinische Fragestellungen im Zentrum. Von Biomarkern über kardiovaskuläre oder immunologische Themen bis hin zur Versorgungsforschung. Gleichzeitig schreitet die Akademisierung der Pflegewissenschaften und weiterer Gesundheitsberufe voran, was sich ebenfalls in den Dissertationsthemen zeigt. Ein Zeichen auch dafür, dass sich die UFL aktiv gesellschaftlichen Veränderungen anpasst und die wissenschaftliche Ausbildung neuen Berufsgruppen zugänglich macht.
In der Rechtswissenschaftlichen Fakultät bearbeiten die Doktorierenden ebenfalls einen «bunten Strauss» an Themen, wie es Studiengangsleiterin Dr. Elisabeth Berger beschreibt. Von rechtsvergleichenden Analysen über Fragen des geltenden Rechts bis hin zu grundlegenden rechtsphilosophischen Überlegungen. Hervorhebenswert ist die wissenschaftliche Aufarbeitung liechtensteinischer Rechtsthemen im internationalen Vergleich.
Berufstätige im Fokus
Die Studierenden spiegeln den besonderen Charakter der UFL wider: berufsbegleitend, international und praxisnah. Die Gesamtzahl der inskribierten Studierenden lag per Ende Jahr bei fast 200. Das Durchschnittsalter beträgt rund 37 Jahre – ein Ausdruck der engen Verbindung von Studium und Berufspraxis. Je nach Fakultät liegt der Frauenanteil bei erfreulichen rund 40 bzw. knapp 50 Prozent. Die Studierenden stammen überwiegend aus dem DACHLI-Raum, insbesondere aus der Schweiz und Deutschland. Aber auch Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner entscheiden sich immer mehr für eine Promotion im eigenen Land. Diese regionale Verankerung geht Hand in Hand mit der wachsenden internationalen Ausrichtung.
Die hohe Zufriedenheit, der messbare Kompetenzzuwachs und die hohe Weiterempfehlungsrate bestätigen die Qualität des Studienangebots. Besonders positiv wird die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie bewertet.
Internationale Kooperationen
Die UFL hat auch 2025 ihre internationale Vernetzung weiter ausgebaut. So wurde mit der Klinikgruppe Valens eine wegweisende Partnerschaft etabliert, die die Verbindung von Forschung und klinischer Praxis stärkt. Mitarbeitende der Klinikgruppe Valens erhalten die Möglichkeit zur Promotion, während praxisnahe Fragestellungen im Besonderen aus der Rehabilitationsmedizin in Forschung und Ausbildung einfliessen.
Die Zusammenarbeit mit der Hochschule Campus Wien setzt wichtige Impulse für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Doktoratskooperation stärkt die internationale Vernetzung und den Austausch nachhaltig. Diese und weitere Kooperationen erhöhen die Sichtbarkeit Liechtensteins als Bildungs- und Forschungsstandort und schaffen konkreten Mehrwert für Studierende und Forschende.
Wissen vernetzen–Forschen für die Gesellschaft
Die UFL versteht sich nicht nur als Ort der Forschung und Lehre, sondern auch als aktive Vermittlerin von Wissen in der Gesellschaft. Mit öffentlichen Veranstaltungen, Vortragsreihen und Dialogformaten macht sie wissenschaftliche Erkenntnisse für eine breite Bevölkerung zugänglich. Highlights sind die jährlich stattfindenden Wissenschaftsgespräche sowie die gemeinsame Veranstaltung aller dem Hochschulverbund angeschlossenen akademischen Institutionen, um Forschung im Land sichtbar zu machen.
15. Promotionsfeier
Höhepunkt für die Studierenden der UFL ist die Promotionsfeier. 2025 lud die UFL zum 15. Mal die erfolgreichen Promovendi der UFL zum Festakt ein, an dem sie für ihre herausragenden Leistungen geehrt werden. Die Verleihung der Doktorwürde markiert den Abschluss intensiver Forschungsarbeit und steht zugleich für den Beginn neuer wissenschaftlicher und beruflicher Wege. 2025 wurde sieben Promovendi der Titel «Dr. iur.» und elf der Titel «Dr. scient. med.» verliehen. Die vielfältigen Themen können im Jahresbericht nachgelesen werden.
Wissenschaft als Schlüssel für Liechtenstein
Die Bedeutung von Forschung und Universitäten wird im Bericht klar hervorgehoben. Dr. Heinz Frommelt, Co-Vorsitzender des Universitätsrats, betont im Interview, dass Bildung und Wissenschaft zentrale Pfeiler für die Zukunftsfähigkeit Liechtensteins sind. Für die kommenden Jahre sieht die UFL grosses Potenzial. Der Ausbau der Forschung, die Weiterentwicklung der Studienangebote und die Intensivierung internationaler Kooperationen sollen die UFL weiter stärken. Die UFL ist aus dem Bildungs- und Forschungsangebot Liechtensteins nicht mehr wegzudenken und wird auch künftig eine wichtige Rolle dabei spielen, den Wissenschaftsstandort nachhaltig zu prägen.
Personelle Veränderungen
Die weitere Entwicklung der UFL bringt auch personelle Veränderungen mit sich. Der aktuelle Co-Vorsitzende des Universitätsrats, Dr. Heinz Frommelt, wurde per 11. Mai 2026 Präsident des Stiftungsrats und übernimmt das Amt von Prof. Dr. Lorenz Risch, der Mitglied im Stiftungsrat bleibt. Dr. Gert Risch, der die UFL massgeblich geprägt hat, tritt aus Altersgründen aus dem Stiftungsrat aus.
Zudem gibt es einen Wechsel in der Medizinisch-Wissenschaftlichen Fakultät. Wir danken Herrn Prof. Dr. oec. Bernhard Güntert für seine langjährige Tätigkeit als Dekan. Und freuen uns, dass Prof. Dr. Harald Renz in seiner Funktion als Co-Vorsitzendender des Universitätsrats für den Fachbereich Medizin interimistisch die Leitung der Medizinisch-Wissenschaftlichen Fakultät übernimmt.
Die Amtszeit von Prof. Dr. Christoph Gassner als Prorektor ist mit 30. April 2026 ausgelaufen. Per 1. Mai 2026 wurde Prof. Dr. Christoph Säly zum Prorektor und damit Teil der Universitätsleitung ernannt. Er ist der UFL seit vielen Jahren verbunden und Studiengangsleiter des Programms «Dr. scient. med.».
Der Jahresbericht 2025 der UFL kann unter https://www.ufl.li/universitaet/jahresbericht-und-forschungsmagazin abgerufen werden.
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Weitere Informationen
Rebekka Wehrer, Leiterin Kommunikation; rebekka.wehreruflli
UFL, Dorfstrasse 24, FL-9495 Triesen, Telefon +423 392 40 10
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